Aufatmen beim h.264 codec

Aufatmen beim h.264 codec

Webvideo bedeutet, dass ein Video aus den gängigen mac und windows Formaten in ein internetstreaming-fähiges Format gewandelt wird, das idealer weise keinen externen Player benötigt, stark komprimiert ist, dabei aber hochauflösend wiedergegeben werden kann und schnell lädt.
Wer diese Regeln beachtet, landet schnell bei einem Codec, der auf h.264 aufsetzt, einem patentierten Verfahren der MPEG LA. Fast alle großen und bekannten Anbieter setzen diesen Codec ein: YouTube, Vimeo, Streaming Anbieter wie stream5 und natürlich fast jede private und gewerbliche Website. Der Codec ist Standard geworden und weit verbreitet.
Es gibt allerdings etwas, das nur sehr wenige wissen. MPEG LA hat h.264 nur bis zum 31. Dezember 2015 zur freien und kostenfreien Verwendung lizensiert. Ab dem 01.01.2016 muss jeder, der im Internet, TV oder sonst irgendwo kommerziell mit dem Codec arbeitet, eine Lizenz erwerben. Ein großer Schock für viele, als dies kürzlich breiter bekannt wurde. Nicht zuletzt aus diesem Grund arbeitet google an einem eigenen Verfahren (WebM), wehrt sich apple gegen Flash Videos, die h.264 einsetzen und arbeitet die opensource community an Verfahren zum Einsatz mit HTML5.

Nun kommt aber ganz aktuell eine neue Nachricht: Die MPEG LA will nun doch KEINE Lizenzgebühren für Videos erheben, die den Nutzern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Wer also nicht gerade ein Video-on-Demand Portal betreibt oder mit Pay-per-View arbeitet, kann auch nach 2016 den h.264 kostenfrei nutzen.
Die Nutzer der Videos sind also aus dem Schneider. Für die Produzenten wird es hingegen etwas teurer werden, in h.264 zu produzieren, da die Hardware und Software, die zum kodieren verwendet wird, natürlich als kommerziell gilt und somit nicht von Lizenzkosten befreit ist. Auch bei Kameras kann es teuer werden. Canon setzt in seinen 5DmkII oder 7D beispielsweise den h.264 ein und weisst im Übrigen auch darauf hin, dass das Material nicht kommerziell verwendet werden darf.
Hier sind also zusätzliche Kosten zu erwarten.

Das gute an der Geschichte ist aber, dass wir aktuell 2010 haben und bis 2016 können noch einige Filme gedreht werden.

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