Im Internet kursieren neuen Fachbegriffe: webm und html5
Was steckt dahinter?
HTML5 soll der neue Standard für die Programmiersprache HTML werden, auf der alle Websites im Internet basieren. HTML5 bringt viele neue Funktionen, alles wird dynamischer, es gibt mehr Möglichkeiten, usability-optimiert zu programmieren. Für Webvideo gibt es vor allem die Neuerung, dass HTML5 Videos ohne Player unterstützt. Bisher müssen entweder die lokal installieren Player wie Windows Media Player oder Quicktime genutzt werden oder man bindet einen Flashplayer in die Website ein. Flash ist aber bekanntlich nicht 100% kompatibel, macht Probleme mit dem iPhone und ist zudem wieder eine separate Anwendung, die geladen werden muss. HTML5 bietet nun an, Videos einfach zu “embeden” und es somit garantiert auf allen HTML5 fähigen Browsern anzeigen zu können.
Gerade hier liegt aber der Hund begraben. Der neuste Firefox, Safari und Opera sind bereits HTML5 fähig. Dort kann beispielsweise YouTube auch schon komplett in HTML5 genutzt werden, ohne Flash. Wieder einmal eine Extrawurst macht Microsoft mit dem Internet Explorer. Dieser hat zwar in den letzten Jahren massiv an Marktanteilen verloren, ist aber immer noch die #1 (60% Marktanteil, Firefox mit 25% [Quelle: NET APPLICATIONS]). Viele Websites mit junger B2C Zielgruppe ignorieren den IE mittlerweile komplett und programmieren bereits in HTML5. Für einen seriösen Unternehmensauftritt mit B2B Kunden, muss die Kompatibilität zum IE, im Übrigen auch zu den älteren Modellen, aber eingehalten werden, da in vielen Unternehmen kein Firefox oder andere Browser eingesetzt werden dürfen.
Auch wenn es also unter den Nägeln brennt, muss abgewartet und beobachtet werden, was Microsoft macht und wann der Browser, sicher wieder mit Einschränkungen, HTML5 fähig ist.
WebM ist der neue Name für google’s webvideo Format. Er vor kurzem hat google wieder eingekauft, diesmal den Anbieter ON2, der mit VP6 den ersten erfolgreichen Codec für Flash Video entwickelt hat, mit VP7 nun Skype videofähig macht und ein VP8 bereits in der Schublade liegen hat. Diesen VP8 hat google nun zum open source codec gemacht und will ihn als Alternative zu h.264 verbreiten.
Diese Entwicklung ist interessant. Zum einen stehen die Chancen gut, dass google auch mit diesem Konzept wieder eine weite Verbreitung erreicht, zum anderen ist der Codec zwar noch nicht besser, als der gängige h.264, aber auf dem weg dahin und zumindest in Teilen schon auf Augenhöhe.
Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Anbieter dem VP8 öffnen und die Community diesen weiter entwickelt. Zusammen mit HMTL5 könnte das ein starkes Team werden.



Ganz aktuell: auf der IFA stell DivX einen neuen Player fürs Web vor, der nicht nur mp4 neuerdings abspielen kann, er soll auch in Zusammenarbeit mit HTML5 als Alternative zu Flash fungieren.
Besonders spannend ist, dass die CPU Auslastung beim DivX Player bei ca. 25% im Gegensatz zu 40% bei Flash liegt (getestet von heise.de).
Mal sehen, was da kommt.
Der Nachteil wird sicher sein, dass man DivX lokal installiert haben muss, was schon wieder ein Haken in der B2B Welt ist.
Und es tut sich schon wieder etwas: Microsoft setzt auf der xbox 360 neuerdings HTML5 ein um ESPN Spiele online abzuspielen. Dieser Schritt ist interessant, da Microsoft eigentlich mit Silverlight ein eigenes Verfahren für Webstreaming anbietet. Vielleicht wird doch endlich klar, dass man nicht immer nur gegen den Strom schwimmen kann.
Wir dürfen gespannt sein, was sich beim nächsten IE Update tut.
HTML5, da tut sich was:
http://blog.mefeedia.com/html5-oct-2010
54% Steigerung alleine in diesem Jahr. Immer mehr Content wird in HTML5 angeboten. Adobe wird nicht glücklich sein.
Leider ist das für die Unternehmenskommunikation noch nicht vollständig einsetzbar, da gerade die größeren Unternehmen nach wie vor auf alten Browsern sitzen. Schade. Aber der Wandel kommt.